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Die Linguistik ist diejenige Disziplin, die sich mit Sprache beschäftigt. Diese ist ein System, das dem Sprachbenutzer auferlegt, nach welchen Kriterien er sich ihrer bedienen kann. Das Resultat dieser Auswahlprozeduren besteht in kommunikativen Akten, die erneut bestimmten Prinzipien unterliegen. Die Linguistik untersucht heute nicht nur die Sprache, sondern auch die Sprachrealisierung (das Sprechen) und die Aufnahme des Sprechschalls (das Hören), den Zweck der Realisierung, und die Art und Weise, wie kommunikative Akte das Gedächtnis erreichen und dort weiter verarbeitet werden. Die wesentlichen, ja angeborenen Instrumente, derer wir uns bedienen, sind unser Artikulationsapparat, die Sinnesorgane, und nicht zuletzt unser zentrales Nervensystem. Fassen wir zusammen: Linguistik kann sich mit
beschäftigen.
Sprachliche Äußerungen fallen stets in einer konkreten Situation. Die Linguistik als Kommunikationswissenschaft berücksichtigt daher auch soziale wie kulturelle Aspekte. Aus psycholinguistischer Sicht wird Kommunikation untersucht, um Informationen über die Art und Weise zu erhalten, wie sich die mentalen Repräsentationen von Sprache während der Sprachproduktion und Rezeption verändern. Hierbei bedient sich die moderne Linguistik sowohl experimenteller als auch computergestützter Methoden. Die Auswertung und Simulation erfordert es häufig, dass eine Unmenge an Daten verarbeitet werden muss (schließlich enthält das menschliche Gedächtnis riesige Wissensbestände); dies sind speziell aufbereitete Informationsbestände, sog. Korpora, die in elektronischer Form vorliegen.
Die Psycholinguistik beschäftigt sich mit sämtlichen sprachlichen Vorgängen, die sich im menschlichen Gedächtnis vollziehen. Dies schließt einfache perzeptive Vorgänge mit ein, die über die Sinnesorgane bereits einen Teil in unserem Gedächtnissystem, das sog. sensorische Register, erreichen. Im Zentrum der Psycholinguistik stehen (sprachliche) Kognitionen, wobei die Meinungen darüber, was zu dem Kognitiven zuzuschreiben ist, durchaus auseinandergehen.
Die moderne Linguistik gehört zweifelsohne zu den Kognitionswissenschaften, die Kognitionen (bestimmte Prozesse der Informationsverarbeitung) untersucht. Zu ihr gehören unterschiedliche Teildisziplinen, die auch in anderen Fachgebieten (teils unter anderem Namen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten) relevant sind:
Schon bevor aus der Linguistik eine Kognitionswissenschaft wurde, beschäftigte sich die Sprachwissenschaft mit dem menschlichen Verstehen. Die eigentliche Lehre von dem Verstehen ist die Hermeneutik, zu deren bedeutenden Vertretern Schleiermacher, Dilthey, Heidegger, Gadamer und Riceur zählen. Neben Letzterem ist aus der Sicht der Linguistik insbesondere der Ansatz von Wolfgang Iser interessant, dessen Konzept der Leerstelle durchaus in Relation zur Kohärenzlücke (siehe Glossar) gesetzt werden kann. In den Hauptwerken Der implizite Leser und Der Akt des Lesen entwickelt Iser eine Theorie zur literarischen Textrezeption unter Rekurs auf ihre Wirkungsästhetik (Lesen Sie mehr: Der implizite Leser).