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11.09.2007 im Ringlokschuppen (Bielefeld)
Auf dem Zenit seines Schaffens von allem befreit aufspielen
Adam Green weiß im Lokschuppen auch ohne Band zu überzeugen
Adam Green wähnt sich dem Zenit seines künstlerischen Schaffens nahe, entledigt sich im Zuge dessen von allem – inklusive seiner Band. Den Beweis, dass er auch als Alleinunterhalter zu überzeugen weiß, musste er an diesem Abend im Ringlokschuppen nachliefern.
Der New Yorker Indie-Künstler begleitete sich an diesem Abend mit der Gitarre, setzte ansonsten einzig auf die allzu pointierten Lieder, die er als begnadeter Songwriter zuhauf in petto hat. Diese Formel des Adam Green ging über weite Strecke auf, kamen Lieder wie „Friends of mine“ oder „Gemstones“ in dieser minimalistischen Instrumentierung zu ihrer vollen Entfaltung.
Dass Adam Green ohnehin zu keinem Zeitpunkt seiner Karriere durch ausgeklügelte Live-Shows zu überzeugen wusste, ist kein Geheimnis. Vielmehr stolperte der Star mit der zotteligen Wuschel-Frisur stets über die Bühnen, auch wenn dies durchaus seinen Charme hatte. Dennoch ist es geradezu folgerichtig, wenn sich der Mann nun hinsetzt und sich auf seine eigentlichen Talente konzentriert.
Der „Indie-Sinatra“ Green überzeugte neben seiner Stimme, die dank ihrer einzigartigen Klangfarbe besonders raumgreifend war, mit einem ausgesprochen komödiantischen Talent. Selbst die gelegentlichen Textunsicherheiten, die verschmitzt lächelnd mit einem herzhaften Fluch kommentiert wurden, nutzte der verschrobene, leicht entrückte Sänger, um beim Publikum für den einen oder anderen Kalauer zu sorgen. Dennoch reichten die Zutaten an diesem Abend nicht immer, um ihn vor zeitweiliger Langeweile zu bewahren. Dies mochte daran gelegen haben, dass in so manchen Momenten letztlich doch ein stark aufspielendes Schlagzeug oder eine weitere Gitarre zur Unterstützung fehlte.
In den insgesamt drei Zugaben drehte Adam Green jedoch vollends auf, präsentierte der Reihe nach seine größten Hits. „Dance with me“, „Jessica“ oder auch „Emily“ sorgten für einen versöhnlichen Abschluss, dem der Sänger dank bewusst schräger A Kapella-Einlagen eine ausgesprochen heitere Note verlieh. Das Experiment, sich live „nackt“, ohne Unterstützung zu präsentieren, kann als zumindest überwiegend geglückt betrachtet werden.